Datenbank

Die Datenbank wurde mit dem Ziel eingerichtet, die vorsätzlich begangenen Tötungsepisoden von Unbewaffneten, die zwischen 1943 und 1945 von den nazistischen und faschistische Einheiten auf dem gesamten nationalen Territorium Italiens, innerhalb der aktuell definierten Grenzen, einschließlich der von der Operationszone Alpenvorland betroffene Territorien (operative Zone unter direkten Kontrolle der deutschen Besatzung: die Provinzen von Belluno, Trento und Bolzano) verübt wurden, zu erfassen. Außerhalb dieser Definition befand sich der istrische Gebietsabschnitt, inbegriffen die Operationszone Adriatische Küstenland (operative Zone unter direkten Kontrolle der deutschen Besatzung: die Provinzen von Udine, Gorizia, Triest und die ex italienische Provinzen von Pola, Fiume und Ljubjana).

Eine der anspruchsvollsten Herausforderung war die Wiedergabe der komplexen Zusammensetzung der Realität, also die Besonderheiten jedes Territoriums und sogar von jedem Ereignis, Rechnung tragend der Notwendigkeit der Reduktion dieser Komplexität in gleichförmige und fixe Kategorien, um die Sammlung von vergleichbaren Daten bestimmen zu können. Zu diesem Zweck wurde eine Anzahl von Kategorien erarbeitet, die sich auf die verschiedenen Aspekte der Geschichte der Massaker und die Folgen – sei es gerichtliche, sei es die öffentliche Meinung – beziehen. Ausgehend von diesen Kategorien wurde ein Instrument einer, auf nationaler Ebene abfragbare einheitliche Forschung erarbeitet, welches die Sammlung, die Bearbeitung und die Vergleichbarkeit der Daten erlaubt.

DIE DATEN

Für jedes Ereignis sind fünf Aspekte betrachtet worden:

  1. Geschichte
  2. Opfer
  3. Täter
  4. Erinnerung
  5. Instrumente

Instrumente

  1. Geschichte. A. Beschreibung und Interpretation des Ereignisses. In diesem Abschnitt wurde vorgesehen: ein freies Feld, für die Beschreibung und die Kontextualisierung des Ereignisses ohne methodische Einschränkung; und drei Felder für Multiple Choice-Fragen, durch diese werden die Modalitäten, die Typologien und die eventuellen dazugehörigen Gewaltanwendungen beschrieben, die aus einer vorgegebenen Liste von Definitionen auszuwählen sind. Diese sind folgende:

Modalitäten der Tötungen

ERTRÄNKEN, FEUERWAFFE, WILLKÜRLICHE BESCHIESSUNGEN, ERSCHIESSUNG, AUFHÄNGUNG, BRANDSTIFTUNG, UNDEFINIERT, VERMIENUNG, SCHNITTWAFFE, FOLTER

Typologie der Massaker

DESERTIFIKATION (ODER VERBRANNTE ERDE) – BESEITIGENDE – UNDEFINIERT – STRAFENDE – REPRESSALIE – RAZZIE/SÄUBERUNG – RÜCKZUG – GESCHLECHTSBEZOGENE GEWALT – GEBIETSKONTROLLE BEDINGTE GEWALT – AN DIE BESETZUNG UND AN DEN WAFFENSTILLSTAND GEBUNDENE GEWALT – RASSENGEWALT

Mit Gewaltanwendung verbundene Maßnahmen

DEPORTATIONEN – RAUB/ENTFÜHRUNG/PLÜNDERUNG – BRANDSTIFTUNG – VERMIENUNG/EXPLOSIONEN – VERGEWALTIGUNGEN – FOLTERUNGEN

Auf diese Art und Weise war es möglich alle Episoden nach einheitlichen Kategorien einzuordnen und so dem Datenbankbenutzer Daten auch nach spezifischen Interpretationskategorien zu filtrieren (z.B. alle Repressalien in Italien, oder alle Repressalien in Kampanien, oder alle Erschießungen in Apulien).

  1. Opfer. B. uch in diesem Fall wurde ein freies Feld „Liste der Opfer“ für die biografischen Daten der einzelnen Opfer vorgesehen, die je nach Informationen, die jede Forscher auffinden konnte, variieren können; und feste Felder, in denen die Typologie, das Geschlecht und das Alter der Opfer nach folgend aufgeführten Kriterien, die es erlauben Statistiken und Untersuchungen auf Grundlage dieser Kriterien zu erstellen (z.B. die Zahl der getöteten Frauen in Italien, wie viele in Marken).

Geschlecht:

M / W

Altersgruppen:

KINDER (0-12) – JUGENDLICHEN (13-17) – ERWACHSENEN (18-55) – ALTEN (über 55)

Typologie:

BÜRGER – RELIGIÖS – JUDE – ANTIFASCHIST – MIT PARTISANEN VERBUNDEN

PARTISAN – SOLDAT – VERWEIGERER – DESERTEUR – VERSPRENGTER – CARABINIERE

Die vorgesehenen Typologien unterteilten die unbewaffneten Opfer in zwei getrennte Untergruppen: diejenigen, die am Krieg unbeteiligt sind (oder sie sich so wahrnehmen) und diejenigen, die Waffenerfahrung haben. Zu der ersten Gruppe gehören: die Bürger, beziehungsweise die ohne eine klare Motivation getöteten Personen, ohne zurückführbare Zugehörigkeit zu einer spezifischen Gruppe: Juden und Geistliche, Opfer, die aufgrund ihrer religiösen Zugehörigkeit identifiziert wurden; Antifaschisten und Personen, die in verwandtschaftlichen oder kooperativen Beziehungen mit den Partisanen in Verbindung standen – ohne an dem bewaffneten Kampf teilzunehmen – aber eine klare Wahlentscheidung zugunsten der Widerstandsbewegung (Resistenza) vollzogen. Diese letzten zwei Kategorien repräsentieren eine Art von Brücke zu der zweiten Teilmenge, gebildet aus den Opfern, mit aktueller oder vorhergehender Waffenerfahrung: Verweigerer, Versprengte, Deserteure, Kriegsgefangene, aber auch Soldaten und Partisanen.

Auch die Opfer, zusammengefasst in dieser zweiten Gruppe, auch wenn sie als mögliche bewaffnete Feinde identifiziert wurden, sind getötet worden, während sie sich in unterlegenen Konditionen befanden, da sie unbewaffnet oder vorher gefangen und waffenlos waren.

  1. Täter. Einleitend ist darauf verwiesen worden, dass es zu unterscheiden ist, ob es sich um eine von Nazis (Wehrmacht und SS), bzw. von Faschisten (RSI), oder um eine Aktion in Zusammenarbeit von nazistischen und faschistischen Streitkräften ausgeführte Tötung, handelt. Wo es möglich war, sind die Identifikationselemente der verantwortlichen bewaffneten Einheiten eingefügt; oder in Alternative dazu, die bewaffneten Einheiten, die vermutlich verantwortlich für die Tötungen sein konnten, weil sie die Einzigen vor Ort im Moment der Aktion waren. Bei den nazistischen (deutschen) Streitkräften hat man sich für die Benutzung des deutschen Namens der Einheit entschlossen. In Fällen, bei denen es möglich war die Identität der Verantwortlichen zurück zu verfolgen – sei es mutmaßlich, sei es nachgewiesen – in ihrer Qualität als konkrete Täter, Kollaborateure oder Denunzianten, wurden ihre Personaldaten, ihre Nationalität und Dienstgrad, mit Aufführung der Datenquelle registriert. Schließlich wurden die Angaben über Gerichtsurteile und verhandelten aber eingestellten Strafverfahren zu Lasten der identifizierten Verantwortlichen in Italien, von der Nachkriegszeit bis Heute, wiedergegeben.
  1. Erinnerung. In dieser Sektion sind die „Produkte der Erinnerung“ registriert: Denkmäler, Gedenktafeln, Grabsteine, Gefallenen-Stele, aber auch Gedächtnisstätten, Museen, Gedächtnisfeier und Ehrentitel mit einer kurzen Beschreibung versehen, die auf den Ort und/oder Datum hinweist. Dort, wo es möglich war, wurde auch eine Einschätzung der Erinnerungsakzeptanz registriert: labil, einhellig, kontrovers, gegenwärtig, einseitig, abwesend, etc.
  1. Instrumente. In dieser Sektion haben die Forscher die Primär- und Sekundärquellen und die etwaigen anderen Instrumente – u.a. Webseiten, Audiovisuelle Materialien, Datenbanken – registriert, die zum Ausfüllen der Erhebungsbögen der einzelnen Ereignisse herangezogen wurden. Die Breite und die Ausführlichkeit der Forschung hat eine Differenzierung der Klassifikation der abgefragten Quellen in den verschiedenen untersuchten Territorien mit sich gebracht. Die somit entstandene Uneinheitlichkeit wurde durch die Benutzung mithilfe einer Basis von gemeinsamen Quellen reduziert und teilweise korrigiert. Folgende spezifischen Quellen standen für die einzelnen Forschern zur Verfügung: Dokumentation der Parlamentarischen Untersuchungskommission – CPI, Dokumentation der italienisch-deutschen Kommission CIT, Datenbasis über die deutschen Säuberungsaktionen in Italien, herausgegeben vom Prof. Carlo Gentile – DB Gentile. Die homogene Ausgangs-Basisdokumentation vereinigt mit der spezifischen Territorialdokumentation hat es ermöglicht, dass die Forschungsergebnisse über verschiedene Ereignisse miteinander vergleichbar wurden und somit auch eine Zuverlässigkeit garantierten.

Jedes in der Datenbank erfasste Ereignis ist am Ende mit einem (monografischen) Erfassungsbogen mit Detailinformationen ausgestattet, verfasst und unterschrieben von den Forschern – im pdf Format herunterladbar – der in diskursiven Form die Gesamtheit der gesammelten Daten und Informationen enthält.

Jede aus dem Erfassungsbogen entnommene Angabe muss nach folgendem Modell zitiert werden:

Paolo Pezzino, Sant’Anna di Stazzema, Lucca, 12.08.1944, [http://www.straginazifasciste.it/?page_id=38&id_strage=4908], visited on February 4, 2016

Jede an die Datenbak verweisbare Angabe hingegen:

Atlante delle stragi naziste e fasciste in Italia, ANPI-INSMLI, (http://www.straginazifasciste.it/?page_id=316), visited on February 4, 2016

Die im pdf Format herunterladbaren monografische Karten unterliegen dem Urheberrecht. Jede missbräuchliche Nutzung ist nicht gestattet und gesetzlich strafbar.

Per segnalazioni o richieste di correzione e integrazione in merito agli episodi inseriti all’interno della banca dati, si prega di contattare la segreteria di redazione al seguente indirizzo: ricerca@straginazifasciste.it



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